... is that really everything???

Klappe die 3. ...

oder: Die Hoffnung stirbt zuletzt...

Als erstes wünsch ich euch allen a happy new year, was für mich bedeutet, dem Titel unweigerlich zu entnehmen, dass es mittlerweile der dritte Versuch ist, ein normales, glückliches Jahr zu fabrizieren. Wie alle meiner treuen Leser wissen, brachte 2005 für mich zwei Verluste und die endgültige Auflösung meiner Familie. 2006 hingegen belastete mich "nur" mit dem Entschluss von Jiri, dass unsere Beziehung wohl keinen Sinn mehr ergebe, was dazu führte, dass ich keinen Sinn mehr in meinem Leben gesehen hatte. Außerdem wohne ich nun ganz alleine in unserem riesigen Haus, da meine Mum an meinem Geburtstag beschlossen hat, nach NRW zu ihrer Schwester und Freundin zu verduften. Mein Dad und Bruder haben das ja schon eher hinter sich gebracht gehabt. Aber ihr dürftet alle daran gewöhnt sein, dass ich hier eigentlich nur am rumjammern bin *grins*.
Zuerst hatte ich vor, die Story von Jiri und mir hier niederzuschreiben... aber ich glaube es reicht wenn ich sage, dass ich ihn über alles geliebt habe und die Trennung mir das Herz brach. Ich denke es wird noch sehr lange Zeit benötigen, bis ich wirklich vollkommen über ihn hinweg bin... zumindest ist schonmal der Wille dafür da, was zunächst nicht der Fall war. Vielleicht war es auch mal ganz gut, dass ich so eine Erfahrung gemacht habe... wär ja auch zu schön gewesen, das erste Mädel auf der Welt zu sein, die sowas nicht erleben muss. Somit hab ich mich endlich vollkommen in das "Jugend-Dasein-Cliché" (ja ja diese Fremdwörter immer) eingegliedert ; P.
Das komische daran ist auch eher, dass ich nach sehr langer Zeit mal wieder längere Zeit solo bin... es mag komisch klingen aber... ich bin das gar nicht mehr gewöhnt Oô... Ich war noch nie für Affairen oder One Night Stands... von daher seh ich darin keinen Vorteil. Zudem bin ich nicht gerne alleine, auch wenn ich weiß, dass meine Kumpel und Freundinnen jederzeit für mich da sind. Dazu kommt das Problem, dass mich die Trennung so mitgenommen hat, dass ich gar keinen Freund mehr möchte, aus Angst, sowas nochmal durchmachen zu müssen. Unterm Strich, steh ich ziemlich im Konflikt mit mir selber. Und so hab ich jetzt auch einen schönen Übergang zu dem eigentlichen Thema gebaut, welches ich heute ansprechen wollte... *muharhar* gekonnt ist eben gekonnt *grins*...

Nun... wo ich alle Erfahrungen gemacht habe, die eine Beziehung so mit sich bringen kann, hab ich mal angefangen mich nach dem großen WARUM zu fragen...
Warum... muss eine Beziehung zum größten Teil immer kompliziert und schwierig sein?
Warum... gehen sogar Beziehungen auseinander, obwohl beide Partner super zusammen passen würden?
Warum... verletzen sich so gut wie immer beide Partner gegenseitig, obwohl sie das gar nicht wollen?
Warum... kann die Liebe nicht immer gleich groß sein bei beiden?
Warum... vergeht Liebe überhaupt?
Warum... Wieso... Weshalb...???
Ich glaub das hat sich so gut wie jeder schonmal gefragt... und die Fragen könnten endlos weitergeführt werden. Das Problem ist dabei auch eine Antwort zu finden.
Ich selber habe gerade eine ähnliche Situation als Außenstehende erlebt, die mich unheimlich an Jiri und mich erinnert hat. Das hätte ich wohl früher mitansehen müssen, dann wäre einiges anders verlaufen. Aber so ist das nunmal... dass man die Fehler immer erst bei anderen erkennt und versteht. Also das nächste mal wenn jemand zu euch sagt "fass dir selber an die Nase", kontert ihr "ja mach mal vor" *grins*.
Ich denke, wir machen uns das Leben immer selber schwerer als es eigentlich sein muss... darum liste ich nunmal ein paar selber komponierte Regeln auf, die in meinen Augen eine Beziehung leichter und besser machen, und die ihr hoffentlich selber schon längst kennt:

Nr. - Regel - Beispiel und Erklärung:

1. Kompromisse: der Partner möchte etwas alleine mit seinen Freunden unternehmen... kein Weltuntergang... viele denken sofort, er/sie würde nicht so gern Zeit mit einem verbringen wie man selbst oder es hätte etwas mit den Gefühlen zu tun... vollkommen falsch... (siehe nächste Regel)... einfach ok sagen, viel Spaß wünschen und daran erinnern, dass der nächste Tag dann euch zweien gehört.

2. Freiraum: gleiches Beispiel wie oben... denn jeder normale, nicht zu anhängliche Mensch, möchte auch in einer Beziehung sein normales Leben nebenher weiterführen, die Freunde nicht vernachlässigen und außerdem... behält eine Beziehung die gewisse Spannung wenn man sich nicht jeden Tag sieht. Sehnsucht gehört eben auch zu einer guten Beziehung dazu... überlegt mal: wenn ihr euch nicht mehr nach eurem Schatz sehnt, ist es wahrscheinlich schon längst vorbei mit euch.

3. Vertrauen: irgendwie reicht mir heut ein Beispiel *grins*... ich kenne einige, die ihren Schatz nicht gehen lassen wollen, da sie befürchten, er/sie würde sich mit anderen amysieren. Dann solltet ihr euch mal fragen, ob der Partner einen wirklich liebt, denn wenn das der Fall ist, will er gar keinen anderen. Außerdem müssen wir Frauen einfach akzeptieren, dass sich Männer ohne bösen Hintergedanken einfach gern woanders Appetit holen, aber gegessen wird eben doch zu Hause ("home sweet home"). Dumm wird es nur, wenn er das sogar neben dir stehend begeht... DAS sind dann DIE Männer, die nicht sehr lange das Privileg haben, neben mir einschlafen zu dürfen ; ).

4. Offenheit: Lügen, kommen irgendwann doch raus und bringen rein gar nichts außer ein schlechtes Gewissen und noch mehr Lügen. Dennoch ist zu beachten, dass jeder eine eigene Schmerzgrenze hat. Ich zum Beispiel, würde meinem Freund einmal fremdgehen verzeihen, jedoch mit massiven Konsequenzen. Er sollte sich danach für die nächsten Monate nicht mehr trauen, mich zu fragen, ob er alleine ausgehen kann. Es kommt immer drauf an, um was es geht und wie man es beichtet. Das Extrem ist natürlich wie schon gesagt, fremdgehen. Am besten sofort mit der Sprache rausrücken, nicht erst über dritte laufen lassen, und nicht nebenbei. Glaubt mir, es gibt nichts wichtigeres was nebenher passieren könnte, was die Wahrheit etwas in den Hintergrund drängen könnte. ("Nun tauscht die Ringe" - "Schatz ich bin dir einmal fremdgegangen" - batsch)... Handelt es sich um Kleinigkeiten, ist es oft schon Entschuldigung genug, wenn man nicht mit leeren Händen vor dem Opfer steht ; ) Blumen sagen mehr als tausend Worte und Schmuck erspart einem oft eine Ohrfeige *muharhar*.

5. Verständnis: in allen Bereichen dringend nötig... jeder hat mal einen nicht so guten Tag, schlechte Laune, ist traurig oder wütend. Wie man damit umgeht ist eine Sache... manche mögen es dann lieber allein gelassen zu werden (meiner einer), manche wollen vollste Aufmerksamkeit des Partners. Jedoch die Kommentare dazu sind ein viel wichtigeres Problem: meistens ist eine Zustimmung immer das beste ("Ja Schatz, das sind alles Arschlöcher..."), andererseits muss aber auch mal dagegen gesprochen werden, damit der Partner nicht ganz in Selbstmitleid oder Depression fällt ("Nein Schatz, den umzubringen hilft dir auch nicht weiter...").

6. Rücksicht: man kann alles bereden, man kann in allen Bereichen eine andere eigene Meinung vertreten (solang man auch die andren Regeln befolgt) und Streit gibt es immer mal, egal wie perfekt eine Beziehung geführt wird... das einzige was dabei zählt ist der Ton der Musik. Ich bin da leider ein etwas temperamentvoller Typ, der schnell laut und energisch wird, aber umso ernster das Thema, umso vernünftiger werde ich. Dazu habe ich zwei Seiten zu erwähnen: 1. ist der Partner sehr getroffen und traurig, bringen kalte Vorwürfe gar nichts. Jiri hat mich einmal sogar angemotzt, ich solle aufhören zu heulen, da es ihn beim einschlafen stört... und dann hat er sich noch gewundert, dass ich erst recht nicht aufhören konnte -_- 2. ist der Partner extrem wütend, würde ich erst mal Abstand nehmen. Solange solche Extreme vorherrschen, bringen Diskussionen gar nichts, verletzen den anderen eher noch und verschlimmern die Lage. Was aber immer einzuhalten wäre, ist, dass man auch dem anderen die Chance lässt, sich und seinen Standpunkt zu erklären. Nicht ins Wort fallen (da könnte ich jedes mal explodieren), Arroganz, Sarkasmus und Ironie aus dem Spiel lassen. Aber vor allem auch mal nachgeben und versuchen zu verstehen. Manchmal haben ja beide Parteien Recht oder man selbst völlig Unrecht... man weiß es nur noch nicht *grins*.

So mehr fallen mir grad nicht ein aber eines sollte klar gestellt werden: ich bin zwar eine Frau aber diese Regeln gelten für ALLE. Nicht, dass der Irrtum aufkommt, ich hätte oben genanntes nur für die Männerwelt verfasst.
Unterm Strich würd ich sagen, dass alle Mädels mal aufhören sollten, nur den Männern immer die Schuld zu geben und daran denken sollten, dass auch das andere Geschlecht Gefühle besitzt, nur eben die Fähigkeit, diese sehr gut zu verbergen *grins*. Und alle Männer sollten daran denken, dass Frauen viiiiiiel ... ja em... viel von allem brauchen ; )

Nun ja, Spaß beiseite... Um sich mal an das Lied "Nothing Compares To U" zu erinnern: man sollte jeden Tag aufs neue dankbar für den Menschen sein, den man liebt, denn so einen findet man sehr selten, der es schafft, einem voll und ganz das Herz zu rauben. Der Spruch "man weiß erst was man hat, wenn man es verloren hat" sollte zur Rarität gemacht werden und "sich in den anderen hinein versetzen" zur obersten Priorität... Zumindest seh ich das so...

4.1.07 03:56

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