... is that really everything???

Memories

Wenn es nicht immer und immer wieder hochkommen würde... wenn es nicht so verdammt hart wäre damit umzugehen... wenn es mein Herz endlich akzeptieren würde... aber es geht einfach nicht. Ich habe meinen besten Freund verloren und mir wird jeden neuen Tag bewusster, dass ich ihn nie wieder sehen werde... dass ich ihn nie mehr zurückholen kann.
Ich träume so oft von ihm, wie er mit mir einfach nur spazieren geht, neben mir steht und lacht. Dann wache ich auf und die eiskalte Realität holt mich ein und lässt mein Leben erneut zusammenbrechen. Ist das verwunderlich?! Denn jedes noch so kleine Ding in meiner Umgebung erinnert mich an ihn und unsere gemeinsamen Unternehmungen. Ob es die Grundschule in meinem Dorf ist, in die wir vier Jahre zusammen gingen und in der er ständig Mathe von mir abgeschrieben hat, oder der heute gefällte Baum der daneben stand, auf dem wir immer Nachmittags hochgeklettert sind und überlegt haben, was wir danach anstellen könnten. Oder die heute abgerissene Scheune im Nebengrundstück in die wir uns so oft geschlichen haben und von oben ins Heu gesprungen sind, oder einmal die zich Kaugummies, aus einem kaputten Automaten stibizt, aufgeteilt und gegessen haben bis uns schlecht wurde. Ob es die Kirche ist, in der wir oft Stunden allein gesessen sind, einfach die Stille genießend und über unser Leben diskutierend gelacht haben. Oder der Spielplatz, den ich direkt von meinem Fenster aus sehen kann, auf dem wir uns manchmal nachts heimlich getroffen und ein Bier getrunken haben. Der ebenfalls nicht mehr existierende Baum darauf, auf dem er sogar Bretter genagelt hatte, damit wir besser sitzen konnten; die Schaukeln wo er mir seine beiden neuen Hasen gezeigt hat oder einfach als wir dort mit anderen "Fangal" oder "Holzscheidl verbrenna" gespielt haben. Seine Liebeserklärung als wir noch ganz klein waren werde ich ebenfalls nie vergessen. Die ganzen Häuser, die wir im Dunkeln aus dem Bett geworfen haben als wir "klinglbutzen" spielten, uns aber nie erwischt haben. Das Bushäuschen, auf das wir immer geklettert sind und die Leute kichernd beobachtet haben, wobei ich mich nie traute auf den daneben stehenden Baum weiterzuklettern; und, als er noch das gleiche Handy wie ich hatte, es einfach plötzlich auf den Gehweg geschmissen hat, dass ich heulen musste vor lachen. Sein Haus, was nur einige Meter von meinem entfernt ist, in dem ich so oft gesessen habe, ob in seinem Zimmer Musik hörend oder auf dem Dachboden, in seiner Wohnung unten im Keller, das er selbst orange gestrichen hatte oder in seinem Wohnzimmer, ein Glas Wein trinkend.
Es gibt noch so viel mehr was mich an ihn erinnert, ich brauche nur die Augen zu öffnen. Andal war wie er war und dafür habe ich ihn einfach nur von tiefstem Herzen geliebt. Er war so ein Mensch, den es kein zweites Mal auf dieser Erde gibt und den nichts ersetzen kann. Von seinem Lachen über seine verrückten Aktionen zu den Gesprächen, die ich mit keinem anderen führen konnte und nie mehr führen kann. Er fehlt mir einfach so sehr... wieso kann er nicht einfach wieder auf dem Spielplatz stehen und vor meinem Fenster pfeiffen, dass ich rauskommen soll... wieso kann er mir mit seinem Auto nicht entgegenkommen wenn ich von der Schule Heim komme und mich furchtbar erschrecken... ich bin nicht einmal mitgefahren seit er den Führerschein hatte... ich habe nicht einmal seine Tatoowierung gesehen, die er nach Juli und mir machen lassen hat... und ich habe ihm nicht einmal gesagt wie sehr ich ihn doch lieb hab.

10.11.05 07:28

bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL