... is that really everything???

All against one...

Nein, es reicht nicht, dass ich den Schmerz über Andreas Verlust noch nicht überwunden habe. Nein, es reicht auch nicht, dass ich in ständiger Angst lebe, einen guten Freund an Leukämie zu verlieren. Nein, es reicht nicht, dass meine Psyche am seidenen Faden hängt, da ich mittlerweile Angst habe jeden in meinem Umkreis zu verlieren. Dabei lasse ich die alltäglichen Sorgen mal weg, die eigentlich jeder Mensch so hat.
Unterm Strich: mir gehts beschissen aber wie gesagt, reicht das ja manchen nicht aus.
Letztes Wochenende war ich mit einigen Freunden im Kino, danach in einer Bar. Da ich aber in den letzten Tagen ständig von Andal geträumt habe, ging es mir nervlich und seelisch ziemlich schlecht und nur die Nähe meines Freundes Tobi hat mir ein wenig Halt gegeben. Ich bin ihm sozusagen nicht mehr von der Seite gewichen. Als wir uns nun in der schon etwas überfüllten Bar hinsetzten, stand zwischen Tobi und mir ein kleiner Tisch, da ein Freund den Platz direkt neben ihm eingenommen hatte. Eine Kleinigkeit, aber für mich in dieser Lage nicht. Ich bat den Freund mit mir Platz zu tauschen und ich gebe ehrlich zu, dass ich sagte, dass ich sonst aufstehen und gehen würde. Meine Absicht dabei war, deutlich zu machen wie wichtig es mir war, nah bei Tobi sitzen zu können. Im selben Moment als ich es sagte, wurde mir bewusst wie forsch es rüber kommen müsste und vielleicht auch arrogant. Aber mein eigenwilliger Charakter und meine Laune ließen es nicht zu, mir zu wiedersprechen (Wie gesagt, ich bin auch nur ein Mensch mit Fehlern). Ich wiederholte mich noch einige Male bis der besagte Freund sauer wurde und mich mit "Hör dich mal reden... du WILLST neben Tobi sitzen" anklagte. Dieser Satz war zwar verständlich, verletzte mich aber dennoch und ich fühlte mich bloßgestellt. Um zu verbergen, dass mir schon wieder die Tränen in den Augen standen, drehte ich mich von meiner Gruppe weg und schaute in den Fernseher rechts von mir. Ich wollte abwarten bis sich mein Gemüt wieder beruhigte und mich dann entschuldigen, als mein Freund aufstand und sagte, dass wir Heim fahren. Ich ging dankbar mit ihm, da ich wusste ich würde die Lage nicht mehr ändern können.
Insgesamt hatte ich nen beschissenen Tag und konnte meine schlechte Laune nicht unterdrücken. Aber jeder hat so etwas mal und ich dachte, ein klärendes Gespräch würde die Sache vergessen machen. Falsch gedacht...
Gestern Abend erzählte mir Tobi, dass ihn der Freund nach seiner Meinung über die Situation gefragt hat. Da er wusste, warum ich so war wie ich war, erklärte er nur kurz dass er seine Reaktion nicht in Ordnung fand und, dass es mich verletzt hatte. Darauf der Freund, ich sei egoistisch und er könne wohl so nichts mehr mit mir zu tun haben, da ich ihn schon längere Zeit aufrege. Ich war geschockt als ich diese Nachricht hörte, da ich so etwas von ihm nicht erwartet hätte. Für mich war es eine Kleinigkeit, für ihn (und andere), wohl ein Auslöser, ein Grund mir endlich mal die Meinung sagen zu können.
Ich schrieb ihm sofort eine SMS mit der Frage, inwiefern ich ihm gegenüber egoistisch war und was ihn so an mir aufregt. Unser Gespräch führten wir in ICQ weiter. Ich erklärte ihm alles, er verstand mich. Und prompt kam das nächste Thema. Ich solle angeblich Tobis Schwägerin auf ihrer Hochzeit verärgert haben, was sich aber als Schwachsinn entpuppte. Er könnte mir dann noch etwas sagen, was er aber nicht tat und die Personen, die ihn damit informiert hatten, könnte er mir auch nicht nennen (obwohl ich eine Vermutung habe). Nun komme ich zum eigentlichen Grund warum ich diesen Eintrag mache, denn ich war schon lange nicht mehr so wütend und habe mich auch schon lange nicht mehr für so eine Konsequenz entschieden, denn es reicht.
Ein anderer Freund, der auch in der Bar dabei war, schrieb mir auf die Frage, ob er auch zu der Lästergruppe gehört, dass er und andere sich fragen, warum ich mich so oft scheiße verhalte.
Ich stelle mir also nun die Fragen, inwiefern ich mich "scheiße" verhalten habe und wieso jeder zu feige ist, persönlich auf mich zuzukommen und mich in so einer Situation drauf anzusprechen? Wieso können solche Leute nur hinter meinem Rücken lästern und geben sich gleichzeitig noch mit mir ab? Wieso kritisieren solche angeblichen Freunde ständig meinen Grundcharakter? Wieso sind sie dann überhaupt meine "Freunde" wenn sie mich überhaupt nicht leiden können?
Ich möchte nur eines dazu sagen: es ist wiederlich was hier in dieser Gegend abgeht. Man darf anscheinend niemals seine ehrliche Meinung öffentlich preiß geben, offene Gespräche über Probleme führen oder sich so verhalten wie man ist. Denn das habe ich alles getan und werde es auch weiterhin tun. Natürlich gibt es einen Unterschied zu seinen Handlungen. Aber ich habe keine Ahnung welches Verhalten ihr von mir von der letzten Zeit so anprangert. Ich habe mich immer bemüht es allen recht zu machen, zuvorkommend, eine Hilfe, freundlich zu sein. Dennoch habe ich versucht dabei nicht mich selbst zu verleugnen und gleichzeitig nicht verletzend zu handeln. Eine Freundin von mir, der ich alles erzählte, sagte zu mir, solche "Freunde" könnten mich mal am Arsch lecken und ich sollte aufhören zu versuchen es allen recht zu machen, da sie sowieso immer etwas zu meckern hätten. Beispiel letztes Wochenende: wäre ich wegen meiner schlechten Laune nicht ausgegangen, wäre so etwas wie "bist du langweilig" gekommen und da mein Freund dann auch zu Hause geblieben wäre, wäre wahrscheinlich die Welt untergegangen.
Also folgendes: ich werde mich nicht ändern, denn ich mag mich so wie ich bin und viele andere auch. Kritiken über mein Handeln höre ich immer noch offen zu. Aber eins sage ich euch: nun weiß ich wen ich wirklich als Freund bezeichnen kann, denn wegen so einer Kleinigkeit mich zu verurteilen ist einfach nur ätzend.

10.10.05 14:05

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