... is that really everything???

In Erinnerungen schwelgen...

Wie der Titel schon andeutet, habe ich mir den Tag über ein wenig die alten bzw. mal alle Einträge in richtiger Reihenfolge durchgelesen. Dabei habe ich nicht nur ein paar Rechtschreibfehler, schlimme Satzstrukturen und zu viele ... ausgebessert, sondern mir ist ebenso aufgefallen, dass ich einige Themen zwar plötzlich angesprochen habe, aber nie ausgeführt hatte. So z.B., dass Marco gestorben ist und sich meine Eltern getrennt haben. Zudem sprach ich kürzlich von "ein Strich mehr auf meiner gebrochenes-Herz-Liste", dann dass dieser wieder zurückgekommen ist und mit ihm "die vielen, vielen Tränen und Herzschmerzen", wobei er erst in den letzten zwei Beiträgen (vor diesem hier versteht sich) den Namen Willy erhalten hat. Ehrlich gesagt wundert mich das, da ich sonst immer sehr auf Vollständigkeit und Ordnung bedacht bin und diese Themen eine große Rolle in meinem Leben spielten und vor allem immer noch spielen. Da ich nunmal eine Perfektionistin bin und bleibe, möchte ich das nun ein wenig nachholen.

Ich beginne mit dem leichtesten, indem ich euch einfach auf den Eintrag "It´s the heart that really matters in the end" hinweise. Wie dort schon erwähnt, lief die Sache mit meinem aktuellen Herzensbrecher genauso ab wie bei Wilhelm, wodurch ich mir Wiederholungen ersparen kann. Der Unterschied liegt lediglich in Willys Gründen, da er sich dafür entschied weiterhin seiner Ex-Freundin nachzulaufen, welche ihn nach Strich und Faden ausnutzt. Leider weiß das nicht nur jeder in seiner Umgebung, sondern wohl am meisten er selbst.

Marco hatte ich ziemlich am Anfang meines Blogs schonmal erwähnt gehabt ("Ein Zwerg kommt selten allein"). Ich war vor Tobi eineinhalb Jahre mit ihm zusammen, wobei unsere Beziehung daraus bestand, dass ich jede freie Minute bei ihm im Krankenhaus gesessen bin, wo er sich zu 80% der gesamten Zeit aufhielt. Ich wusste von Anfang an, dass er Leukämie hat, was mich und meine Gefühle aber nicht im geringsten störte oder beeinflusste. Ganz im Gegenteil. Ich musste sogar noch eine gewisse Zeit um ihn kämpfen, dass er überhaupt für eine Beziehung bereit war, da er sich schon so in sich zurückgezogen hatte, was mich aber ebenfalls nicht zurückschreckte (Sturkopf lässt grüßen ^^). Nach vielen Tränen und Wutausbrüchen, und mit Hilfe von Andals nächtlicher Aktion, mich mit dem Roller ind Schickeria zu fahren *lol*, schaffte ich es dann endlich, sein Herz zu bewegen. Auch wenn wir nicht viel "normale" Zeit zusammen hatten, füllten wir diese mit wundervollen Erinnerungen. Wie es nunmal so kommt, hörten die Gefühle irgendwann auf und wir trennten uns freundschaftlich. Marco galt zu der Zeit mittlerweile als geheilt. Jedoch einige Zeit später erkrankte er erneut, bekam sogar eine erfolgreiche Knochenmarkspende, starb letztendlich aber an Lungenentzündung (das Immunsystem ist bei L-kranken sehr geschwächt). Das ironische daran war, dass er einige Tage davor noch Andals Sarg getragen hatte.

Der Trennung meiner Eltern möchte ich eigentlich nicht viel mehr hinzufügen als stückchenweise eh schon in den Einträgen verteilt steht. Es steigerte sich eben merklich über die letzten Jahre, dass sie nur noch gestritten haben, meine Mutter gar nicht mehr das Haus verlassen wollte und meinem Dad nur noch Vorwürfe gemacht hat. Kurz vor meinem 18. Geburtstag zog mein Dad dann aus, wobei ich diese Aktion mit gemischten Gefühlen miterlebt habe. Zum einen fühlte ich mich von ihm im Stich gelassen, zum anderen verstand ich ihn doch, da ich am liebsten selbst das Haus fluchtartig verlassen wollte. Diese Entscheidung übernahm jedoch kurz darauf meine Mutter, indem sie mich rauswarf und ich für längere Zeit zu Tobi zog/ziehen musste. Mein Bruder lebte zu der Zeit schon länger mit seiner Freundin zusammen und bekam eher wenig von dem ganzen Krieg mit. Umso mehr war ich das begehrte Opfer meiner Mutter, um ihre Wut abzulassen und irgendwem die Schuld zu geben. Nach einer gewissen Zeit kehrte ich wieder in mein altes zu Hause zurück, da man mit 18 Jahren (zumindest ist das bei mir so gewesen) doch noch nicht so bereit dafür ist, mit dem Freund zusammenzuwohnen. Ab da schaffte es meine Mutter so einen gewaltigen Hass gegen sie in mir aufzubauen, dass ich nun froh bin, sie wohl nie wieder sehen zu müssen, vor allem wo sie nun in NRW mit ihrem neuen Lover wohnt. Bis zum allerletzten Tag an dem ich nach Passau gezogen bin, machte sie mir das Leben zur Hölle, sperrte mich ständig aus dem Haus aus obwohl ich mitten in der Abi-Vorbereitung stand, machte mich vor allen möglichen Leuten schlecht was sich bis zur Bezeichnung als Schlampe zog (von der eigenen Mutter, das muss man sich mal reintun) usw. Aber der Gipfel war einfach kurz bevor sie nach NRW aufbrach. Tatsächlich versuchte sie noch einmal mich zu erreichen um,wie ich meiner Mobilbox entnehmen konnte, ein "klärendes Gespräch" zu führen. Nach allem was sie mir angetan hat, fällt ihr nichts besseres ein als noch zu versuchen ihr Gewissen zu beruhigen?! Viele verstehen mich hierbei nicht, aber ich möchte mit dieser Person nie wieder etwas zu tun haben.

Ich bin einfach nur froh, das alles irgendwie überstanden zu haben, wobei eindeutige Spuren davon zurückgeblieben sind. Wie soll man noch jemandem vertrauen können, wenn man von der eigenen Familie so enttäuscht wurde?! Wie kriegt man dieses Gefühl von Einsamkeit wieder los, wenn man schon zwei geliebte Menschen verloren hat und man nun gezwungener maßen allein und ohne Familie in einer Wohnung lebt?! Und wie soll man damit umgehen, wenn das Schicksal nicht aufhört einem so miese Streiche zu spielen?!
Letztendlich muss ich aber sagen, dass mir dieses Thema vom Schicksal meines Lebens schon aus dem Hals hängt. Ich möchte keinesfalls, dass irgendwie der Anschein aufkommt, ich würde damit nun alles rechtfertigen wollen oder Mitleid erwarten. Das einzige was ich möchte, ist ein wenig Verständnis. Ich weiß, dass es mir z.B. mit dem (ständigen) Liebeskummer oder der Trennung meiner Eltern nicht allein so geht, dass es manche Leute sogar noch schwerer haben als ich. Gar kein Thema. Dennoch muss ich gucken wie ich das alles verarbeite und damit in Zukunft zurecht komme. Da helfen mir die Probleme anderer leider nicht. Deswegen sehe ich meine Vergangenheit (die Probleme mit den Männern mal ausgeschlossen, sonst hab ich hier ja nichts mehr zu jammern ; ) hier endgültig als abgeschlossen.

7.8.07 22:49

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